Informationen ĂĽber das Fadenlifting

Dieser Text wurde in Zusammenarbeit mit der Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie Dr. Barbara Kernt sowie mit dem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie Dr. Stefan Zimmermann verfasst.

Wenn die Gesichtshaut mit zunehmendem Alter an Elastizität verliert, kann ein Facelift die erschlafften Konturen wieder straffen. Neben dem klassischen operativen Facelift gewinnen dabei minimalinvasive Methoden immer mehr an Bedeutung. Eine der aktuell gefragtesten Techniken ist das Fadenlifting, eine Hautstraffung mit speziellen selbstauflösenden Fäden. Die Methode ist bereits seit vielen Jahren in Gebrauch und wurde seither beständig weiterentwickelt.

Lange Zeit galt das Fadenlifting als risikobehaftet, da für die Behandlung zunächst keine resorbierbaren Fäden verwendet wurden. Auch wurde das Lifting häufig von Ärzten durchgeführt, die für die sensible Behandlung nicht ausreichend qualifiziert waren. Mittlerweile gilt der Eingriff jedoch als sicher und komplikationsarm. Grund dafür sind vor allem neue, biokompatible Materialien.

WAS IST DAS FADENLIFTING?

Das Fadenlifting ist eine minimalinvasive Methode der Hautstraffung, die vor allem im Gesichtsbereich zum Einsatz kommt. Durch das Einbringen von selbstauflösenden Fäden unter die Haut werden die erschlafften Gesichtszüge angehoben. Die Fäden verfügen über winzige Widerhaken, die ein Verrutschen verhindern. Der behandelnde Arzt plant den Verlauf der Fäden präzise, um in jedem individuellen Fall genau das gewünschte Lifting-Ergebnis zu erzielen.

Die Behandlung erfordert keinen operativen Eingriff und ist somit nahezu narbenfrei. Auch die Erholungszeit ist deutlich kürzer als bei einem operativen Facelift. Die biokompatiblen Fäden werden mit der Zeit vollständig abgebaut. Zugleich regt das verwendete Material den Körper zur Neubildung von Kollagen an. Dadurch entsteht ein natürliches Stützgerüst, das den straffenden Effekt für 1 bis 3 Jahre erhält.

KANN MAN DENN PAUSCHAL VON DEM EINEN FADENLIFT SPRECHEN ODER GIBT ES UNTERSCHIEDE?

Das sagt Dr. Stefan Zimmermann dazu: Je nach Einsatzgebiet stehen verschiedene Arten von Fäden zur Verfügung. Sie können sich in Fadenstärke und Ausführung unterscheiden. Zunächst gibt es glatte Fäden, gedrehte oder gedoppelte Fäden. Genauso lässt sich mit Fäden arbeiten, welche mit kleinen Widerhäkchen versehen sind. So steht für jedes individuelle Behandlungsziel eine bestimmte Art von Faden zur Verfügung – je nachdem, ob der Faden durch Anheben des Gewebes einen Straffungseffekt erzielen soll oder vorrangig dazu dient, einen Verjüngungseffekt durch Kollagenneubildung zu bewirken.

Vor- und Nachteile des Fadenliftings auf einen Blick

VORTEILE DES FADENLIFTINGS:

  • Minimalinvasives Verfahren – es ist keine Operation unter Vollnarkose notwendig
  • Es entstehen keine sichtbaren Narben
  • Man sieht bereits kurz nach der Behandlung ein Ergebnis (Haut ist sofort gestrafft)
  • Durch das verwendete Fadenmaterial wird die Produktion von Kollagen angeregt und die Haut nachhaltig verjĂĽngt
  • Die Haltbarkeit des Ergebnisses ist länger als bei minimalinvasiven Faltenunterspritzungen
  • Die Ausfallzeit nach der Behandlung ist sehr kurz – anders als bei einem operativen Facelifting

NACHTEILE DES FADENLIFTINGS:

  • Bei zu weit fortgeschrittener Hautalterung bzw. Erschlaffung der Haut und bei zu hoher Hautdicke kann das Fadenlifting kein zufriedenstellendes Ergebnis liefern
  • Fäden, die zu oberflächlich gesetzt wurden, können mehrere Tage sichtbar sein
  • Einige Tage nach dem Eingriff sollten keine zu ausgeprägten mimischen Gesichtsbewegungen erfolgen – dies schränkt im Alltag möglicherweise ein

FĂĽr wen ist das Fadenlifting geeignet und fĂĽr wen nicht?

Das Fadenlifting ist grundsätzlich für jeden Patienten jüngeren und mittleren Alters geeignet. Die heute verwendeten Fäden sind biokompatibel und werden in der Regel gut vertragen. Auch für Personen fortgeschrittenen Alters ist das Fadenlifting eine sinnvolle Alternative zum operativen Facelifting. Die Behandlung erfolgt ohne Vollnarkose und den damit verbundenen Risiken.

Im Gegensatz zum klassischen Lifting werden beim Fadenlifting allerdings keine überschüssigen Hautpartien entfernt. Wenn die Haut bereits so stark erschlafft ist, dass sich ein ausgeprägter Hautüberschuss gebildet hat, ist in der Regel ein chirurgischer Eingriff erforderlich.

Daneben sollten – wie bei vielen Eingriffen auch – bestimmte Krankheiten nicht vorliegen. Autoimmunerkrankungen, Hämophilie oder entzĂĽndliche Hauterkrankungen etwa gelten als Kontraindikationen fĂĽr ein Fadenlifting. Auch sollte zumindest ein eingehendes Gespräch mit dem Arzt stattfinden, wenn eine Neigung zu hypertrophen Narbenbildung oder Keloiden besteht – das Ergebnis könnte ansonsten unbefriedigend ausfallen. 

Auch eine Schwangerschaft und die anschliessende Stillzeit gelten als Ausschlusskriterium für das Fadenlifting. Zudem sind Allergien gegen die verwendeten Materialien der Fäden vorher abzuklären. Auch Akne oder Herpes im Behandlungsbereich können gegen ein Fadenlifting sprechen. 

GEEIGNET ODER NICHT – EIN GESPRĂ„CH MIT DEM ARZT GIBT AUFSCHLUSS

Es ist in jedem Fall wichtig vor dem Fadenlifting ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu führen und alle möglichen Risikofaktoren und Ausschlusskriterien zu besprechen.

An welchen Körperstellen ist ein Fadenlifting möglich?

Das Fadenlifting wird insbesondere im Gesichtsbereich eingesetzt, um abgesunkene Gesichtsstellen anzuheben und zu straffen. Dazu zählen zum Beispiel die Kinnlinie, der Halsbereich, die Wangen und die klassischen „Hamsterbäckchen“.  

Doch auch an anderen Problemzonen ist eine Behandlung möglich, etwa im Bereich von Oberarmen, Po oder Oberschenkeln. Grundsätzlich können nahezu alle Körperstellen behandelt werden, an denen kleine überschüssigen Hautpartien entfernt werden müssen.

DIE MĂ–GLICHEN BEHANDLUNGSBEREICHE DES FADENLIFTINGS IM ĂśBERBLICK:

  • Stirn
  • Zornesfalte
  • Schläfen
  • Augenbrauen
  • KrähenfĂĽsse
  • Wangen
  • Nasolabialfalte
  • Marionettenfalten
  • Unterkiefer
  • Kinn
  • Hals
  • DekolletĂ©
  • Oberarme (“Winke-Arm”)
  • Bauch
  • Po
  • Oberschenkel
  • Intimbereich (Vaginalstraffung bei Frauen)

Fadenlifting – Materialien der Fäden

WELCHE WIRKUNG HABEN DIE FĂ„DEN?

Das sagt Dr. Stefan Zimmermann dazu: Die Fäden können auf zweifache Weise wirken. Wird Fremdmaterial in Form dieser Fäden ins Unterhautgewebe eingebracht, bildet sich um den Faden herum neues Gewebe – und damit auch neue Kollagenfasern. Das führt dann nach und nach zu einem strafferen Hautbild.

Die andere Wirkung ist rein mechanisch. Bei der Verwendung von Fäden mit Widerhaken bleiben diese fest im Gewebe verankert. Übt man nun einen Zug auf die Fäden aus, wird das Gewebe in die gewünschte Richtung verschoben. Die Hautpartie kann somit angehoben und nach oben verlagert werden.

WELCHE FĂ„DEN WERDEN HEUTE VERWENDET?

Für das Fadenlifting kommen mittlerweile hoch entwickelte Fäden zum Einsatz, die vom Körper vollständig abgebaut werden. Dazu zählen PDO-Fäden aus Polydioxanon und PLA-Fäden aus Polymilchsäure. PDO ist ein bewährtes chirurgisches Nahtmittel und wurde speziell für den medizinischen Gebrauch entwickelt. Auch PLA kommt bereits seit Langem in der Chirurgie zum Einsatz, beispielsweise in Form von Schrauben und Nägeln zur Behandlung von Knochenbrüchen. Beide Materialien sind biokompatibel und vollständig resorbierbar.

Anfänglich wurden für das Fadenlifting Goldfäden oder Aptos-Fäden aus Kunststoff eingesetzt. Zum Teil kommen diese Materialien auch nach wie vor zum Einsatz. Sie können jedoch vom Körper nicht abgebaut werden und verbleiben dauerhaft unter der Haut. Häufig kommt es hier zu Abstossungsreaktionen und anderen Komplikationen. Zudem können die Fäden im Laufe der Zeit unter der Haut sichtbar werden.

DIE FADENARTEN / FADENMATERIALIEN IM ĂśBERBLICK:

Einfach- oder Poly-Milchsäure – diese kommen bspw. beim Silhouette Soft® Fadenlifting zum Einsatz. Hier setzen sich die am Faden angebrachten Kegel (sogenannte „Cones“) aus L-Laktid-Säure und Glycol-Copolymer zusammen. Die Bestandteile des Fadens werden vom Körper innerhalb von 18 bis 24 Monaten vollständig abgebaut. Die Fäden von Silhouette Soft® eignen sich fĂĽr die Straffung und VerjĂĽngung der Gesichtskonturen (Jochbein, Wangen, Kieferlinie), der Augenbrauen sowie des Halses. 

PDO (Polydioxanon) – Diese Fäden gibt es in unterschiedlicher AusfĂĽhrung (je nach Bedarf): FĂĽr kleine Knitterfältchen bspw. unter den Augen und zur Verbesserung der Oberflächenstruktur der Haut werden Basic-Fäden verwendet. Die so genannten Screw-Fäden kommen bei Mundfalten und zur DekolletĂ©-VerjĂĽngung zum Einsatz. FĂĽr stärkere Lifting-Effekte werden Fäden mit Widerhäkchen – so genannte Barb-Fäden – verwendet.

Polycaprolacton – Hierbei handelt es sich um einen biologisch abbaubaren Kunststoff. Dieses Material kommt bspw. beim Happy Lift™ zum Einsatz. Nach etwa 12 bis 15 Monaten löst sich das Fadenmaterial im Körper auf.

Gold – dieses Material fand in den anfänglichen Zeiten des Fadenliftings seinen Einsatz, wird jedoch heute nicht mehr verwendet bzw. von qualifizierten Ă„rzten empfohlen, da es neben den möglichen Risiken auch weitaus weniger effektiv als die neuen Materialien ist.

Polyproylen – Dieses Material wird bspw. bei einigen Fäden des Aptos-Liftings verwendet und baut sich nicht im Körper ab. Es gibt zudem Fäden, die eine Mischform verwenden aus nicht abbaubaren Fäden und abbaubaren Kegelchen.

Techniken des Fadenliftings

Neben dem Material, das für die Fäden verwendet wird, unterscheidet sich die Wirkung des Fadenliftings vor allem in der angewandten Technik. Im Folgenden werden für einen ersten Überblick die drei gängigsten Techniken kurz beschrieben.

V-LIFT

Beim V-Lift liegt ein – im Vergleich zu den anderen Techniken – relativ geringer Aufwand vor. Diese Technik ist somit auch “sanfter” fĂĽr den Patienten. Das V-Lift ist vergleichbar mit einer minimalinvasiven Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure. So ist auch das Komplikationsrisiko im Vergleich zu den anderen Techniken am geringsten. Lediglich kleine Schwellungen und blaue Flecken können auftreten. FĂĽr das V-Lift werden sowohl Fäden ohne als auch mit Widerhaken verwendet. Die Fäden werden mithilfe einer feinen Hohlnadel eingebracht. Im Verlauf der Zeit wird die Kollagenbildung angeregt und bei Fäden mit Widerhaken entsteht ein sofortiger Lifting-Effekt. Im Gegensatz zu den anderen Techniken ist der Lifting-Effekt hier nicht so deutlich ausgeprägt und die Haltbarkeit beschränkt sich auf etwa 2 Jahre. Das V-Lift ist somit vor allem fĂĽr Patienten mit beginnender Hautalterung und fĂĽr die Stabilisierung von Hautstrukturen bspw. in der Augenpartie geeignet. 

FREE-FLOATING-FADENLIFT

Die bei der Free-Floating-Technik verwendeten “schwimmenden” Fäden besitzen Widerhaken und werden wie beim V-Lift auch über eine Hohlnadel platziert. Die leere Hohlnadel wird allerdings über den Ein- und Austrittspunkt zunächst positioniert. Der Faden wird daraufhin über beide Enden im Fettgewebe platziert. Fest verankert wird der Faden im Gewebe, u.a. indem man an beiden Enden ziehen kann. Die verwendeten Fäden sind etwa 0,2 bis 0,3 mm dick und damit deutlich stärker als jene beim V-Lift. Aus diesem Grund ist das Auftreten von Hämatomen und Schwellungen wahrscheinlicher sowie die Ausfallzeit etwas länger als beim V-Lift. Dafür weist das Free-Floating-Fadenlift eine längere Haltbarkeit bis zu 3 Jahren auf.

ANKERLIFT

Das Ankerlift stellt im Vergleich zu den vorherigen Techniken die anspruchsvollste Variante dar. Hier ist die fachliche Qualifikation und Erfahrung des Chirurgen gefragt. Zwar gibt es beim Ankerlift nochmals unterschiedliche Techniken, jedoch ist ihnen allen gemeinsam, dass die Fäden in mindestens einem Punkt im Gewebe fixiert bzw. “verankert” werden. Das Ankerlifting eignet sich somit für bereits deutlicher herabgesunkene Hautpartien. Neben blauen Flecken und Schwellungen können anfangs kleine Unebenheiten bzw. “Einziehungen” erkennbar sein, die sich nach einigen Tagen legen. Der erzielte Effekt hält wie beim Free-Floating-Lift etwa 3 Jahre an.

Ablauf des Fadenliftings

BERATUNGSGESPRĂ„CH UND VORBEREITUNG

Im Vorfeld der Behandlung erhält der Patient eine eingehende Beratung durch den behandelnden Arzt. Im Beratungsgespräch stellt der Arzt fest, ob ein Fadenlifting im individuellen Fall möglich und sinnvoll ist. Ausserdem wird festgelegt, welche Gesichtspartien oder Körperstellen behandelt werden sollen und wie viele Fäden nötig sind. Den genauen Verlauf der Fäden markiert der Arzt vor dem Eingriff auf der Haut.

BEHANDLUNGSVERLAUF

Für die Dauer der Behandlung erhält der Patient eine örtliche Betäubung. Vor allem die Einstich- und Ausstichstellen werden unempfindlich gemacht, damit der Eingriff für den Patienten komplett schmerzfrei ist. Der Arzt führt die Fäden nun mit einer feinen Nadel durch das Fettgewebe und fixiert sie in der gewünschten Position (Free-Floating-Technik). Die Fadenenden werden bis auf wenige Zentimeter gekürzt und am Ende der Behandlung vollständig abgeschnitten.

Die Behandlung erfolgt nacheinander für beide Gesichtshälften. Dabei ist ein sorgfältiges Arbeiten erforderlich, um ein symmetrisches Ergebnis zu erzielen. In einigen Fällen muss der Faden hierfür etwas stärker gespannt werden, sodass zunächst noch einige Dellen sichtbar sind. Diese legen sich jedoch in den folgenden Tagen, wenn der Faden etwas an Halt verliert. Die gesamte Behandlung dauert etwa 20 bis 90 Minuten (je nach Umfang). 

NACH DER BEHANDLUNG

Im Anschluss kann der Patient die Klinik sofort verlassen und seinen gewohnten Verpflichtungen nachkommen. Lediglich auf starke körperliche Belastungen sollte während der ersten Tage verzichtet werden. Die behandelten Hautpartien sind zu Beginn geschwollen und sollten für mindestens einen Tag regelmässig gekühlt werden. Auch auf Make-Up ist am Tag der Behandlung möglichst zu verzichten.

Nach dem Eingriff können im Gesichtsbereich leichte Unregelmässigkeiten und blaue Flecken auftreten. Aufgrund der leichten Hautkompression kann es ausserdem in einigen Bereichen zu einer leichten Faltenbildung kommen. Nach etwa drei bis vier Tagen klingen diese Symptome ab. Bis alle sichtbaren Spuren des Eingriffs vollkommen verschwunden sind, sollte etwa eine Woche eingeplant werden.

FOLGENDE ASPEKTE SOLLTEN NACH DEM FADENLIFTING BERĂśCKSICHTIGT WERDEN:

  • FĂĽr ca. 24 Stunden sollten Sie sich Ruhe gönnen und die behandelten Stellen kĂĽhlen
  • Einige Tage nach dem Eingriff sollten Sie eine zu ausgeprägte Gesichtsmimik meiden
  • Innerhalb der ersten 3 Tage sollten Sie auf heisse Getränke und Speisen verzichten
  • Auch sollte in den ersten Tagen keine körperliche Anstrengung und Sport stattfinden
  • In der ersten Woche nach der Behandlung sollten Sie sich keiner zahnärztlichen Behandlung unterziehen
  • FĂĽr etwa zwei Wochen sollten keine Besuche beim Kosmetiker erfolgen

MIT WELCHEN AUSFALLZEITEN IST NACH EINEM FADENLIFT ZU RECHNEN?

Das sagt Dr. Stefan Zimmermann dazu: Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Das hängt im Besonderen von den verwendeten Fäden ab. Bei glatten Fäden ohne Widerhaken, die nur der Stabilisierung der Haut dienen und keine Verlagerung des Gewebes vorgenommen wird, sind nur geringe Nachwirkungen zu erwarten. Dabei können in den ersten 2 bis 3 Tagen kleine Schwellungen oder Blutergüsse auftreten, die sich dann innerhalb einer Woche vollkommen zurückbilden. Aber auch hier gibt es Unterschiede. Wenn ich zum Beispiel Fäden im besonders sensiblen Unterlidbereich einbringe, können schnell blaue Flecken entstehen, die dann mehrere Tage anhalten.

Bringt man Fäden mit Widerhaken ein, verhalten sich die Nachwirkungen anders. Immer wenn Gewebe mobilisiert wird, also verschoben wird, entstehen in der Regel auch blaue Flecke. Manchmal ist ausserdem für die ersten Tage der Verlauf des Fadens, der das Gewebe in Position hält, durch die Haut erahnbar – es können Einziehungen zu erkennen sein. Hierbei handelt es sich auch um eine temporäre Nachwirkung, dieser Prozess kann jedoch bis zu vier Wochen in Anspruch nehmen.

Fadenlifting: Risiken und Nebenwirkungen

Das Fadenlifting galt lange Zeit als riskanter Eingriff mit vielen Nebenwirkungen. Verantwortlich dafür war zum einen die fehlende Qualifikation vieler Ärzte, zum anderen aber auch das verwendete Fadenmaterial. Die alten Aptos-Fäden und Goldfäden können vom Körper nicht abgebaut werden und sind zum Teil kaum noch verletzungsfrei zu entfernen. Einwachsungen und Vernarbungen sowie eine falsche Positionierung der Fäden waren hier die häufigen Folgen. Wie Dr. Barbara Kernt, plastisch-ästhetische Chirurgin aus München, aus eigener Erfahrung berichtet, lassen sich solche Fäden kaum noch entfernen und stellen für Betroffene somit ein grosses Problem dar.

Aufgrund des neuen, selbstauflösenden Fadenmaterials, das seit 2003 verwendet wird, verläuft das Fadenlifting mittlerweile weitgehend komplikationsfrei. Leichte Schwellungen, Rötungen und blaue Flecken klingen in der Regel nach wenigen Tagen ab. Eine Unverträglichkeit auf die Fäden ist zwar theoretisch möglich, bei den neuen biokompatiblen Materialien aber sehr unwahrscheinlich.

Das Risiko einer Asymmetrie besteht dann, wenn der Arzt beide Gesichtshälften nicht ausreichend auf Gleichmässigkeit überprüft. Sollte trotz sorgfältiger Kontrolle eine leichte Asymmetrie auftreten, kann diese im Zuge einer Nachbehandlung auf schonende Weise ausgeglichen werden.

DIE RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN DES FADENLIFTINGS AUF EINEN BLICK:

  • bei nicht abbaubaren Fäden: Einwachsungen, Vernarbungen, sichtbare Fäden von aussen, starke Schmerzen
  • Wundinfektionen
  • Wundheilungsstörungen
  • Asymmetrisches Ergebnis
  • Schmerzen
  • Schwellungen
  • Rötungen
  • Hämatome
  • Sensibilitätsstörungen

WELCHE RISIKEN KĂ–NNEN DENN GENERELL MIT EINEM FADENLIFT VERBUNDEN SEIN?

Das sagt Dr. Stefan Zimmermann dazu: Hier wäre an erster Stelle die Infektionsgefahr zu nennen. Wie bereits erwähnt, wird beim Fadenlift Fremdmaterial ins Gewebe eingebracht, das dort für einige Zeit verbleibt. Gelangen trotz aller Vorsichtsmassnahmen mit den Fäden Keime unter die Haut, kann es zu einem entzündlichen Prozess in der betroffenen Region kommen. Wenn man Fäden mit Widerhaken benutzt, die eine L-Schlaufe bilden, können beim Einbringen funktional wichtige Strukturen verletzt werden. Das können Gefässe sein, die ein bestimmtes Hautareal mit Blut versorgen oder aber auch Nerven. Werden diese beschädigt, kann es zu Durchblutungsstörungen der Haut oder auch Empfindungsstörungen kommen. Ja – es kann sich sogar ein permanenter Nervenschmerz entwickeln.

LASSEN SICH MISSLUNGENE FADENLIFTINGS GUT BEHANDELN ODER KĂ–NNEN AUCH DAUERHAFTE SCHĂ„DEN AUFTRETEN?

Das sagt Dr. Stefan Zimmermann dazu: Sind es selbstauflösende Fäden, die zu einer Infektion oder einem Nervenschmerz geführt haben, lassen sich diese immer wieder rückgängig machen. Handelt es sich allerdings um Fäden, die permanent im Gewebe verbleiben und eine Fremdkörperreaktion hervorrufen, kann es in der Regel sehr schwer werden, sie wieder zu entfernen. Deswegen mein Rat: Lieber auf das Einsetzen permanenter Fäden verzichten und auf die Wahl eines guten Facharztes achten.

Ergebnis des Fadenliftings

Die Neubildung von Kollagenfasern, und damit die Straffung der Haut, ist ein langsamer, allmählicher Prozess, der erst nach 3 bis 4 Monaten vollständig abgeschlossen ist. 

Verwendet man Fäden mit Widerhaken, muss sich das verschobene Gewebe ausserdem über die Zeit beruhigen und dann Kollagen bilden, um sich zu regenerieren. Deshalb können auch hier einige Monate vergehen, bevor das endgültige Ergebnis erreicht ist.

WIE LANGE HĂ„LT DER STRAFFENDE EFFEKT?

Das Ergebnis eines Fadenliftings hält je nach Material, Anzahl der Fäden und Technik 1 bis 3 Jahre an. Die Fäden selbst verbleiben bis zu 18 Monate unter der Haut, bevor sie vom Körper nach und nach abgebaut werden. Das verwendete Material regt den Körper allerdings zur Bildung des Strukturproteins Kollagen an. So entsteht ein natürliches Stützgerüst, das die Wirkungsdauer des Eingriffs nochmals verlängert. Eine erneute Behandlung ist bei Bedarf jederzeit bei allen der drei hier vorgestellten Techniken möglich.

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